Aufgefallen - Woche 7
Vom geschichtsträchtigen Medaillen-Hattrick an den Olympischen Spielen in Bormio und der grossen Solidarität für Crans-Montana bis hin zu 30 Jahren Art on Ice und dem Auftakt des Schweizer OSZE-Vorsitzes. Mehr zu unseren Themen der Woche hier.
Wenn Haare zu Hoffnung werden
Die Bilder der Brandkatastrophe in Crans-Montana haben das Land erschüttert, doch die Reaktion darauf ist beispiellos. In der Klotener Werkstatt der Rolph AG stapeln sich derzeit die Zeichen der Solidarität: Seit Anfang Januar sind 12 bis 15 Kilogramm Echthaar eingetroffen. Was als Instagram-Post des Westschweizer Bloggers Benoît begann, hat eine Lawine ausgelöst, die selbst den Pöstler bei der Paketübergabe zu Tränen rührte.
Die SDA-Journalisten Pascal Jäggi und Céline Elber haben dazu eine Geschichte geschrieben, während Keystone-Fotograf Gaëtan Bally diese aussergewöhnliche Atmosphäre eingefangen hat. Die Reportage berichtet von einem Familienunternehmen am Limit. Wo normalerweise 20 Couverts pro Woche eintreffen, öffnet das Team nun täglich bis zu 120 Sendungen aus der Schweiz und dem angrenzenden Ausland. Es sind Pakete voller Geschichten: Beigelegt sind Kinderzeichnungen, Fotos und Briefe – jede Spende ein persönliches Versprechen an die Opfer der Silvesternacht.
Doch die Hilfe erfordert Geduld. Wie CEO Sabrina Kaiser-Kossmayr betont, steht die Heilung der schwer verletzten Brandopfer derzeit an erster Stelle. Es wird voraussichtlich noch sechs Monate dauern, bis die vernarbte Kopfhaut der Betroffenen das Tragen einer Perücke überhaupt zulässt. Die heute gefertigten Zweitfrisuren sind somit weit mehr als nur ein Produkt: Sie sind ein Versprechen auf eine Zeit nach den Schmerzen, wenn es für die Betroffenen wieder um Selbstwert und die Rückkehr in den Alltag geht.
Weitere beste Bilder der Schweiz.
30 Jahre Art on Ice
Die Geburtsstunde einer der erfolgreichsten Show-Produktionen der Welt schlug 1995 in aller Stille: In der Eishalle Küsnacht brachte Oliver Höner unter dem Titel «Eiskunstlauf der Weltklasse» erstmals die Idee auf die Bühne, Sport und Unterhaltung zu verschmelzen. Es war das Fundament für eine Vision, die nur ein Jahr später, im Januar 1996, ihren endgültigen Namen finden sollte. Mit dem Umzug ins Zürcher Hallenstadion und der Integration von Live-Musik schufen Höner und Reto Caviezel mit «Art on Ice» ein Format, das heute weltweit Massstäbe setzt.
Seit drei Jahrzehnten verbindet die Gala nun die Eleganz der weltbesten Eiskunstläufer mit der Energie internationaler Musikgrössen. Stars wie James Blunt, Nelly Furtado, Zucchero und Anastacia haben das Eis bereits in eine Konzertbühne verwandelt. Zum Jubiläumsjahr 2025/2026 blicken wir zurück auf diese aussergewöhnliche Schweizer Erfolgsgeschichte – von den ersten Kufenstrichen in Küsnacht bis zu den glanzvollen Shows von heute.
Hier geht es zum Rückblick auf 30 Jahre «Art on Ice».
Weitere historische Themen
Zahl der Woche - 3
3 Starts, 3 Mal Gold: Was Franjo von Allmen innerhalb von nur fünf Tagen auf den Schnee von Bormio gezaubert hat, sprengt die bisherigen Massstäbe. Der Berner Olympia-Debütant krönt seine historische Woche nach Abfahrtsgold und dem Sieg in der Team-Kombination nun mit dem Titel im Super-G. Dass er dabei selbst den langjährigen Dominator Marco Odermatt auf Rang 3 verweist, markiert eine Zeitenwende im Schweizer Skisport. Von Allmen ist nicht mehr nur ein Versprechen für die Zukunft, er ist das neue Mass der Dinge.
Weitere Zahlen
Schweizer OSZE-Vorsitz: Auftakt gegen Antisemitismus in St. Gallen
Mit einer hochrangigen Konferenz zur Bekämpfung von Antisemitismus hat Bundesrat Ignazio Cassis diese Woche in St. Gallen das Schweizer OSZE-Vorsitzjahr 2026 offiziell eröffnet.
Es ist nach 1996 und 2014 das dritte Mal, dass die Schweiz die Präsidentschaft der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa übernimmt – eine Aufgabe, die in einer Zeit, in der der politische Dialog zur Förderung von Stabilität und Frieden wichtiger ist denn je, besondere Bedeutung hat.
Die Tagung in St. Gallen bildet den Auftakt zu einer Serie thematischer Schwerpunkte: Im Mai steht in Genf der Umgang mit neuen Technologien im Fokus, gefolgt von einer historischen Aufarbeitung der OSZE-Geschichte im September in Bern. Den Abschluss bildet eine Konferenz in Zug, die sich der Deeskalation im Cyberspace widmet. Die Schweiz nutzt ihr Präsidialjahr gezielt, um an verschiedenen Standorten Impulse für die Sicherheit und Demokratie in Europa zu setzen.
