Themen der Woche 28
Während die Schweiz den historischen WM-Viertelfinal-Einzug der Nati feiert, fordern akute Waldbrandgefahren und die verkehrspolitischen Weichenstellungen für 2045 das Land heraus. Wir liefern Ihnen die wichtigsten Ereignisse der Woche und blicken bildgewaltig auf die Jubiläumsausgabe des Montreux Jazz Festivals.
Historisches geschafft!
Im Fokus
Die Schweizer Fussballnationalmannschaft hat erstmals in der modernen Turniergeschichte einen WM-Achtelfinal auf fremdem Boden überstanden. Nach dem vorangegangenen 2:0-Erfolg gegen Algerien setzte sich das Team von Nationaltrainer Murat Yakin im kanadischen Vancouver auch gegen Kolumbien durch. Damit egalisiert die aktuelle Generation den historischen Erfolg von 1954, als die Schweiz bei der Heim-WM letztmals die Runde der letzten acht Teams erreichte.
Mit diesem Einzug in das Viertelfinale erreicht die WM-Kampagne in Nordamerika einen sportlichen Meilenstein, der in der Schweiz eine breite Euphorie auslöst. Die Nati etabliert sich damit endgültig in der erweiterten Weltelite. In der Runde der letzten acht Mannschaften wartet nun das prestigeträchtige Duell gegen den amtierenden Weltmeister Argentinien. Unabhängig vom weiteren Turnierverlauf steht fest, dass dieser Erfolg als ein bedeutendes Kapitel in die Schweizer Sportgeschichte eingehen wird.
Kein Feuer machen!
Rückblende
Die Hitze in der Schweiz bringt Mensch und Natur mächtig ins Schwitzen. Kurze, vereinzelte Niederschläge bleiben ohne Wirkung gegenüber der grossen Trockenheit. Zürich und St. Gallen haben die Gefahrenstufe 4 («grosse Gefahr») ausgerufen, der Kanton Zug zieht nach. Es gelten strikte Feuerverbote im Wald und in Waldesnähe (in St. Gallen bis 200 Meter Abstand).
Der Alarm vor dem Grillwochenende weckt schmerzhafte Erinnerungen an historische Waldbrände in den Alpentälern: Unvergessen sind die Walliser Flammen-Dramen in Leuk (2003, über 300 Hektar zerstörter Schutzwald), Visp (2011) und Bitsch/Ried-Mörel (2023), aber auch die verheerenden Brände am Calanda (1943), im Aletschwald (1944), im Calancatal (1997) oder in Gordevio (2002).
Für das Wochenende gilt deshalb höchste Sensibilisierung, denn ein einziger Funke genügt, um einen Waldbrand auszulösen. Ein brennender Schweizer Schutzwald braucht Jahrzehnte, um sich von den Narben des Feuers zu erholen.
45
Zahlen, bitte
Die Zahl 45 dominiert die Schweizer Verkehrspolitik gleich doppelt: als aktueller Rekord-Baustart und als Zukunftsvision. Bundesrat Albert Rösti und SBB-CEO Vincent Ducrot gaben den Startschuss für den vierspurigen Ausbau Zürich–Winterthur.
Es ist ein «Bypass am ÖV-Herzen der Schweiz», der eine Million Franken pro Bautag kostet. Das Herzstück, der Brüttenertunnel, soll bis 2037 den Viertelstundentakt bringen. Die Dimension des Projekts ist gigantisch: Der Aushub von 4,5 Millionen Tonnen Material entspricht exakt dem Gewicht von 45-mal dem Zürcher Grossmünster.
Gleichzeitig hat das UVEK die Vernehmlassung zum Riesenprojekt «Verkehr '45» gestartet. Die neuen Bundesprognosen bis 2045 zeigen eine gegensätzliche Entwicklung: Während der Personenverkehr dank Homeoffice gebremst wächst (+11 Prozent), explodiert der Güter- und Lieferverkehr durch den Online-Handel um massive 31 Prozent. Während die Bahn mühsam den heutigen Pendlerstress abbaut, rollt auf der Strasse bereits die nächste Logistik-Welle an. Der Milliarden-Verteilungskampf für die Zukunft ist neu eröffnet.
60. Montreux Jazz Festival: Die Jubiläumsausgabe
Hintergrund
Die Genfersee-Riviera brennt: Seit dem 3. Juli läuft die geschichtsträchtige 60. Ausgabe des Montreux Jazz Festivals. Bis zum 18. Juli verwandelt das Jubiläum die Romandie wieder in den musikalischen Mittelpunkt der Schweiz.
Während das legendäre Flair direkt am Seeufer Zehntausende anlockt, steht das dichtgedrängte Programm der kommenden Tage im Fokus: Musikfans dürfen sich in der zweiten Festivalhälfte auf absolute Weltstars von Deep Purple über Lionel Richie bis hin zu modernen Ikonen wie Lana Del Rey und den neuesten Trends aus Jazz, Pop und Elektronik freuen.
Das Jubiläum schlägt eine perfekte Brücke zwischen Gegenwart und Mythos. Bildgewaltige Einblicke garantieren die aktuellen Impressionen vom Montreux Jazz Festival 2026 sowie die nostalgische Zeitreise durch das Montreux Jazz Festival 1967 bis 2025 sind ein Muss für jeden Musikbegeisterten.
