Themen der Woche 31

KEYSTONE / Gian Ehrenzeller
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Wussten Sie, dass eine Alpkuh bei Hitze bis zu 200 Liter Wasser pro Tag braucht? Von der ungewohnten Stille am 1. August hin zur Leinwand-Magie auf der Piazza Grande und dem Schwinger-Nachwuchs der Gen Z. Unsere Themen der Woche im Überblick.

Bratwurst und Reden statt Raketen

Im Fokus

Die Schweiz feiert ihren Nationalfeiertag dieses Jahr in ungewohnter Stille. Wegen extremer Hitze und Trockenheit gilt in den meisten Regionen ein striktes Feuer- und Feuerwerksverbot, das auch den Verkauf von Pyrotechnik umfasst. Doch der stumme Feiertag beschleunigt einen tiefgreifenden Wandel. Während Umwelt- und Tierschützer aufatmen, suchen Gemeinden nach neuen Formen des Feierns. Doch erste Städte streichen teure Drohnenshows und Lichtprojektionen wegen hoher Kosten und Abnutzungserscheinungen schon wieder.

So wirkt der Hitzesommer wie eine Hauptprobe für die politische Zukunft, wenn das Stimmvolk im November über die eidgenössische Feuerwerks-Initiative zur dauerhaften Einschränkung von lauten Knallkörpern entscheidet. Zugleich erzwingt das Verbot eine Rückbesinnung auf die eigentlichen Traditionen der Bundesfeier: “Buurezmorge” und klassische 1.-August-Reden rücken wieder ganz ohne Knall ins Zentrum.

Locarno Film Festival

Retrospektive

Was 1946 auf den Rasenflächen des Grand Hotels als mutige Nachkriegsinitiative begann, entwickelte sich über acht Jahrzehnte zu einem der weltweit einflussreichsten Schaufenster des freien Autorenkinos. Mit der Einführung der Vorführungen auf der Piazza Grande im Jahr 1971 schaffte das Festival schliesslich den stilbildenden Spagat zwischen intellektuellem Entdeckergeist und einzigartiger Open-Air-Atmosphäre.

Für die diesjährige 79. Ausgabe richtet sich der Blick vor allem auf mutiges Gegenwartskino, das drängende gesellschaftspolitische Konflikte aufgreift. Das Publikum darf sich auf eine gewohnt kompromisslose Mischung aus radikalen Entdeckungen im Wettbewerb und prominent besetzten Premieren unter dem Tessiner Sternenhimmel freuen.

Wir sind live vor Ort beim Filmfestival Locarno für Sie dabei.

 

200

Zahlen

Wenn das Thermometer selbst in hohen Alplagen über 25 Grad klettert, geraten Schweizer Kühe ins Schwitzen: Bis zu 200 Liter Wasser benötigt eine leistungstarke Milchkuh an extrem heissen Sommertagen. Allein über Haut und Atmung verdunstet ein Grossvieh bei Hitze gut 30 Liter Flüssigkeit täglich. Um diesen enormen Durst zu stillen, saugen Kühe mit einer Geschwindigkeit von bis zu 25 Litern pro Minute an den Tränken.

Auf den rund 6’600 Schweizer Sömmerungsbetrieben stellt dieser Peak-Verbrauch die Wasserversorgung vor massive Herausforderungen: Wenn hunderte Tiere auf der Alp gleichzeitig je 150 bis 200 Liter trinken, geraten lokale Quellfassungen rasch an ihre Grenzen – und machen auf mancher Allmend Nottransporte per Traktor, Tanklöschfahrzeug oder Armeehelikopter nötig.

Generation Sägemehl

Hintergrund

Schwungtechnik kann man lernen, Tradition und Mentalität muss man vorgelebt bekommen. Das Königscamp in Wildhaus SG liefert seit 14 Jahren die Blaupause für eine der erfolgreichsten Nachwuchsförderungen des Schweizer Sports. Wenn Schwingerkönige wie Nöldi Forrer und Matthias Sempach zusammen mit Top-Schwingern wie Christian Schuler und Remo Käser mit dem Nachwuchs im Sägemehl stehen, geht es um mehr als den perfekten Kurz oder Übersprung: Es ist die Weitergabe von Werten wie Respekt, Kameradschaft und Bodenständigkeit.

Die Faszination für das Hosenlupfen ist bei der Gen Z ungebrochen. Dies belegt die Rekordnachfrage im Sommer 2026: Erstmals wird das Camp im Berggasthaus Oberdorf (1’230 m ü. M.) an zwei separaten Wochen geführt (27.–31. Juli und 3.–7. August). Insgesamt 160 Nachwuchstalente der Jahrgänge 2011 bis 2016 feilen dort in Fünftage-Blöcken mit ihren Idolen an der Technik – ein starkes Signal für die Zukunft der Schwingklubs im Land.