Themen der Woche 32

KEYSTONE / Gaëtan Bally
Foto

Von glühenden Schweizer Städten im Infrarot-Blick über die bunte Erfolgsgeschichte der Zürcher Street Parade bis hin zu den schweizweit eingeführten Littering-Bussen und der bevorstehenden partiellen Sonnenfinsternis: Unsere Themen der Woche beleuchten faszinierende Kontraste.

Sichtbare Hitze

Fokus

Wenn Beton flirrt und Städte glühen, macht die Thermografie das Unsichtbare sichtbar: Eine neue ETH-Studie von Jacopo Canton zeigt, wie stark städtische Wärmeinseln die zehn grössten Schweizer Städte aufheizen. Unsere Wissenschaftsredaktorin Céline Elber hat dazu einen Bericht verfasst.

Um diese wissenschaftlichen Ergebnisse anschaulich zu machen, hat unser Fotograf Gaëtan Bally faszinierende Gegenüberstellungen geschaffen: Neben dem normalen Bild der Szene macht ein Infrarot-Foto die Oberflächentemperaturen sichtbar.

Die Visualisierung beruht dabei nicht auf einem blossen Filter, sondern auf echter Messtechnik: Eine Wärmebildkamera erfasst die Infrarotstrahlung von Oberflächen, die anschliessend in ein Farbspektrum übersetzt wird. So tauchen Parks und Gewässer in ein kühles Blau, stark erhitzter Asphalt oder Fassaden hingegen in knalliges Rot.

Street Parade Zürich

Retrospektive

Vom mutigen Szene-Rave zum weltweiten Massenphänomen: Als der Student Marek Krynski am 5. September 1992 rund 1’000 Raver hinter zwei Lovemobiles durch die Zürcher Innenstadt zog, konnte kaum jemand das Ausmass erahnen, das diese Initiative annehmen würde. Inspiriert von der Berliner Love Parade wurde der Umzug offiziell als Demonstration für Liebe, Frieden, Freiheit und Toleranz bewilligt. 

Selbst ein vorübergehendes Verbot durch die Zürcher Stadtregierung im Jahr 1994 wegen Lärm und Abfall bremste den Aufschwung nicht; eine Welle der Solidarität und Proteste der Bevölkerung führten zur Rücknahme des Verbots und zur endgültigen Verlegung der Route an das Zürcher Seebecken.

Keystone-SDA begleitet diesen Wandel seit der Geburtsstunde und berichtete vom ersten Nischen-Event über die Anerkennung der Zürcher Technokultur als immaterielles UNESCO-Kulturerbe (2017) bis zur heutigen Mega-Parade. 

80

Zahlen, bitte

Seit dem 1. August gelten in der gesamten Schweiz einheitliche Bussen gegen Littering. Wer Kleinabfälle wie Zigarettenstummel oder Kaugummis achtlos entsorgt, zahlt künftig pauschal 80 Franken Ordnungsbusse. Bei grösseren Müllmengen – etwa hinterlassenen Grillverpackungen im Park – wird die Busse nach Volumen gestaffelt und beträgt bis zu 250 Franken (für Mengen bis 110 Liter). 

Zeitgleich verschärft der Bund die Vorgaben zur Kreislaufwirtschaft: Für Kunststoffverpackungen gilt neu eine gesetzliche Recyclingquote von mindestens 55 Prozent, bei Getränkekartons liegt der Verwertungsanteil neu bei 70 Prozent.

Partielle Sonnenfinsternis

Hintergrund

Am frühen Abend des 12. August 2026 wird in der Schweiz eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen sein. Pünktlich zur Dämmerung schiebt sich der Mond vor die Sonne und verdeckt sie zu über 90 Prozent. Da das Spektakel kurz vor Sonnenuntergang seinen Höhepunkt erreicht, verspricht das Zusammentreffen von tiefstehender Sichelsonne und Abendrot ein besonderes Naturschauspiel zu werden.

Während ein schmaler Streifen quer durch Island, Spanien und das Mittelmeer komplett im Schatten liegt, erlebt die Schweiz die stärkste Verfinsterung seit Mai 2003