Themen der Woche 33
Vom historischen Schulterschluss beim Marché-Concours über den Brand der Kapellbrücke bis hin zum Schulstart von 380'000 Kindern: Die Visuals der Woche 33 liefern starke Bilder aus der ganzen Schweiz. Zudem blicken wir auf den 500-Millionen-Umbau von San Bernardino.
Historischer Schulterschluss im Sattel
Fokus
Wenn berittenes Fahnengeleit durch die Arena von Saignelégier zieht, gehört das beim Marché-Concours dazu. Dass die jurassische und bernische Fahne Seite an Seite wehten, war jedoch eine Premiere: Bei der 121. Ausgabe mit 40'000 Besucherinnen und Besuchern trat der Kanton Bern erstmals als Ehrengast im Jura auf.
Möglich wurde dieses Symbol der Versöhnung, weil der Kantonswechsel von Moutier den Streit beendete – oder wie es Bundesrat Albert Rösti ausdrückte: «Die schmerzhaften Zeiten der Meinungsverschiedenheiten liegen hinter uns.»
Wie bildlich die Diplomatie funktionierte, zeigte sich beim Ertönen der jurassischen Hymne, als sich die jurassische Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider und der Berner Regierungspräsident Pierre Alain Schnegg die Hände reichten. Friedliche Proteste am Strassenrand änderten nichts am Erfolg des Festes: Bern teilt mit dem Jura die Leidenschaft für die Freiberger – die einzige verbliebene Ursprungsrasse der Schweizer Pferdezucht.
Unser Fotograf Anthony Anex hat den grossen Umzug am Sonntag bildstark festgehalten.
Der Brand der Kapellbrücke (1993)
Rückblende
In der Nacht auf den 18. August 1993 erschütterte eine Hiobsbotschaft die Schweiz und ging um die Welt: Die weltberühmte Luzerner Kapellbrücke stand in Vollbrand. Ausgelöst vermutlich durch eine weggeworfene Zigarette, zerstörte das Feuer innerhalb kurzer Zeit rund zwei Drittel des historischen Holzbauwerks aus dem 14. Jahrhundert sowie 78 der wertvollen dreieckigen Giebelgemälde. Die Bilder von den lichterloh brennenden Jochen und dem rauchenden Wasserturm brannten sich tief ins kollektive Gedächtnis des Landes ein.
Was folgte, war ein historischer Kraftakt: In nur acht Monaten wurde die Brücke in Rekordzeit wiederaufgebaut, getragen von einer beispiellosen Welle der Solidarität und internationalen Spenden. Am 14. April 1994 konnte die restaurierte Kapellbrücke wieder für den Publikumsverkehr freigegeben werden. Unser Bildarchiv zeigt das dramatische Inferno von 1993, die intensive Wiederaufbauphase sowie das Wahrzeichen in seinem heutigen Glanz.
380'000
Zahlen
Am 10. August hat in neun Deutschschweizer Kantonen das neue Schuljahr begonnen. Allein in den Kantonen Zürich, Bern sowie den beiden Basel machten sich am Montag über 380'000 Schülerinnen und Schüler auf den Weg in die Klassenzimmer.
Während für zehntausende Erstklässlerinnen und Kindergärtner mit Schultüte und gelbem Bändel ein neuer Lebensabschnitt beginnt, stehen die Schulen vor einem Umbruch: Neben dem anhaltenden Lehrermangel prägen die fortschreitende Digitalisierung, Hitzetage in Schulzimmern und der Einzug künstlicher Intelligenz den Schulalltag.
San Bernardino: La storia continua
Hintergrund
Jahrzehntelang lag das Bündner Passdorf San Bernardino im touristischen Dornröschenschlaf. Jetzt treibt der Tessiner Investor Stefano Artioli mit seiner «San Bernardino Swiss Alps AG» die radikale Transformation des Ortes voran. Sawiris und sein Andermatt lassen grüssen.
Bis 2032 sollen rund 500 Millionen Franken in die Wiederbelebung fliessen. Herzstück der nächsten Etappe ist das 200 Millionen Franken teure Thermal- und Luxusresort Acuforta, das neben einem Fünf-Sterne-Wellnesshotel und 163 Wohnungen auch ein öffentlich zugängliches Thermalbad sowie ein Wassermuseum rund um die historische Mineralquelle umfasst.
Dass Gegenwind aufzieht, überrascht in den Alpen selten: Gegen das Acuforta-Baugesuch sind bei der Gemeinde Mesocco knapp zehn Einsprachen eingegangen. Die Initianten reagieren gelassen – man habe mit Widerstand gerechnet. Dennoch offenbaren die Einsprachen das klassische alpine Dilemma: Wie viel Aufschwung durch massives Privatkapital verträgt die Region, und wo beginnen die Bedenken der Bevölkerung?
Unser Fotograf Gian Ehrenzeller begleitet die Veränderung im Dorf seit Beginn des Umbruchs vor dreieinhalb Jahren.
