Die Eishockey-WM aus Sicht von Keystone-SDA
Neue Blickwinkel bei der Eishockey-WM in Zürich und Fribourg: Die Keystone-Fotografen liefern spektakuläre Bilder direkt aus dem Tor und aus der Vogelperspektive.
War der Puck komplett über der Linie oder nicht?
Während die Hintertor- und Overhead-Kamera beim Video-Beweis für Schiedsrichter und TV-Zuschauer längst etabliert sind, gehen wir bei der laufenden Eishockey-Weltmeisterschaft in Zürich und Fribourg neue Wege: Zum ersten Mal an einer WM können die Keystone-Fotografen spektakuläre Bilder aus diesen spannenden Blickwinkeln anbieten.
Eine In-Goal-Kamera sowie eine Overhead-Kamera direkt über jedem Tor liefern actionreiche Bilder der entscheidenden Szenen. Im Slider sehen Sie eine Auswahl der besten Aufnahmen von den ersten Spielen der Schweizer Nationalmannschaft.
Damit die Kameras aus der Vogelperspektive perfekte Bilder liefern, brauchte es im Vorfeld eine gut durchdachte Planung. Der Grund: Einmal montiert, können die Geräte während der gesamten Eishockey-WM nicht mehr bewegt oder nachjustiert werden. Höchste Priorität hatte zudem die Sicherheit, damit die Konstruktion stabil sitzt und kein Risiko für die Akteure auf dem Eis darstellt. Michael Buholzer und Claudio Thoma haben diese anspruchsvolle Installation in Zürich vorgenommen, während Anthony Anex und Salvatore Di Nolfi in Fribourg im Einsatz waren.
Nach der sicheren Befestigung ging es an das Feintuning des Bildausschnitts. Um aus der Vogelperspektive das gesamte Tor und den Torraum perfekt einzufangen, mussten die Platzierung und der Zoom bei der Installation so abgestimmt werden, dass es auch dann noch passt, wenn das Rack unter der Hallendecke hängt. Wie die ersten Ergebnisse zeigen, ist dieses Vorhaben bravourös geglückt.
Gaëtan Bally hat für Sie die Aufbauarbeiten begleitet:
Völlig andere Herausforderungen bringt die In-Goal-Kamera und deren Gehäuse mit sich. Die Konstruktion muss knallharten Slapshots mit Geschwindigkeiten von bis zu 160 km/h standhalten. Eine Konstruktion aus robustem Plexiglas und schützendem Tuch bewahren das teure Kamera-Equipment vor Schäden und Eis.
Gleichzeitig muss das Ganze flexibel genug sein, um das Verletzungsrisiko zu minimieren, sollte ein Spieler mal ins Tor rutschen. Der Nachteil dabei: Durch die Wucht eines Aufpralls kann sich die Kamera verschieben – womit sie für das restliche Drittel oder gar das gesamte Spiel unbrauchbar wird.
Technisch läuft das System vollautomatisch: Alle drei Remote-Kameras sind direkt mit der Kamera des Fotografen am Spielfeldrand gekoppelt. Betätigt er dort den Auslöser – oder nutzt alternativ einen praktischen Fussauslöser – fotografieren die Spezialkameras synchron mit.
Durch dieses Setup entstehen pro Partie bis zu 6'000 Bilder. Eine enorme Datenmenge, die das Editing und die Bildauswahl vor ganz neue Herausforderungen stellt. Da die Remote-Kameras auch dann auslösen, wenn der Fotograf Szenen in der Mitte des Spielfelds festhält, entsteht naturgemäss viel Ausschuss.
Um bei dieser enormen Datenmenge keine Zeit zu verlieren, arbeiten wir bei ausgewählten Spielen mit ortsunabhängiger Bildbearbeitung. Ein Kollege ist für das Editing und die Bildauswahl nicht im Stadion oder im Pressezentrum vor Ort, sondern loggt sich aus der Ferne - beispielsweise aus dem Homeoffice - direkt auf den Server ein. Während das Spiel noch läuft, filtert der dezentrale Editor die echten Highlights in Rekordzeit heraus und stellt sie unseren Kundinnen und Kunden blitzschnell zur Verfügung.
Auch der Workflow unterscheidet sich je nach Kameratyp:
- Overhead-Kameras: Sie sind per LAN-Kabel verbunden und laden die Fotos in Echtzeit auf einen Server. Innerhalb des Netzwerks können die Fotografen vor Ort auch direkt auf die Kamera zugreifen.
- In-Goal-Kamera: Die Bilder landen auf einer Speicherkarte und können erst nach dem Schlusspfiff oder manchmal immerhin in den Drittelpausen ausgelesen werden. Wenn der Fotograf nahe genug an der Kamera dran ist, kann er auch mittels App die Bilder abrufen.
Dank des gekonnten Zusammenspiels unserer Fotografen liefern wir so einzigartige, neue Perspektiven auf die Erfolge der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft – und natürlich von allen anderen der insgesamt 64 WM-Spiele.
