Ist uns aufgefallen - Woche 16

A visitor dressed as manga character is pictured during the 20th edition Polymanga, at Beaulieu in Lausanne, Switzerland, Saturday, April 4, 2026. Polymanga is a biggest Swiss comics and manga culture happening featuring Manga comics, videos, games and Japanese culture.
KEYSTONE / Salvatore Di Nolfi
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Von der Liebeserklärung an die Fiktion über das historische Erbe in Ungarn bis hin zur wirtschaftlichen Wertschöpfung des Zivildienstes und dem Miteinander am Zugersee. Wir zeigen Bilder und Hintergründe, die diese Woche bewegten.

Eine Liebeserklärung an die Fiktion

Polymanga 2026 – bunter, lauter und visueller als je zuvor. In nur 20 Jahren mutierte der einstige Insider-Treff für Anime- und Manga-Fans zum popkulturellen Giganten. Als grösstes Event seiner Art in der Schweiz knackte die Jubiläumsausgabe in Lausanne nicht nur alle Rekorde, sondern bewies, dass Cosplay längst im gesellschaftlichen Mainstream angekommen ist.

Es ist die Liebeserklärung einer Generation, die Fiktion mit beeindruckender Präzision und handwerklichem Geschick zum Leben erweckt.

Ungarn zwischen gestern und morgen

Die Bilder des Ungarn-Aufstands von 1956 gehören zum kollektiven Gedächtnis Europas. Als erster ausländischer Fotograf dokumentierte das Magnum-Mitglied Erich Lessing in Budapest nicht nur die Zerstörung, sondern vor allem den Überlebenswillen einer Bevölkerung, die sich gegen die sowjetische Vorherrschaft erhob.

Heute, nach den Wahlen am letzten Wochenende, blicken wir erneut auf Budapest. Die historischen Etappen könnten kaum unterschiedlicher sein: Der Ungarn-Aufstand von 1956, die Grenzöffnung von 1989 und der politische Umbruch an der Urne nach den Wahlen in Ungarn vom April 2026.

Die Grundfragen sind über die Jahrzehnte dieselben geblieben. Es geht um das Ringen zwischen Westbindung und Russlandnähe, zwischen echter Selbstbestimmung und politisch inszenierter Souveränität.

Weitere historische Themen

Zahl der Woche - 1.6

Während die politische Diskussion über eine «Dienstpflicht für alle» an Fahrt gewinnt, liefert eine neue Studie des Forschungsinstituts BASS das bisher fehlende Puzzlestück der Debatte. Das Engagement im Zivildienst ist weit mehr als eine blosse Alternative zum Militär: Es generiert jährlich eine wirtschaftliche Wertschöpfung von 1,6 Milliarden Franken.

Dieser Betrag rückt die Arbeit in der Landschaftspflege oder im Gesundheitswesen in ein neues Licht. Er macht den Zivildienst vom vermeintlichen Nischenmodell zum ökonomischen Schwergewicht der Schweizer Gesellschaft.

Bei der Diskussion um die Zukunft der Dienstpflicht geht es nicht nur um gesellschaftliche Werte, sondern um handfeste personelle und finanzielle Ressourcen, auf die der Staat heute angewiesen ist.

Weitere Zahlen

Miteinander am Zugersee

In einer der am dichtesten besiedelten Regionen der Schweiz ist die Zuger Lorzenebene zur Landschaft des Jahres 2026 gekürt worden. Der zwei Kilometer lange Streifen zwischen Cham und Zug beweist, dass wertvolle Freiräume trotz massivem Siedlungsdruck und wirtschaftlichem Wachstum Bestand haben können.

Dieses Zusammenspiel von Naturschutz, Landwirtschaft und Erholung ist das Resultat weitsichtiger Planung: Nachdem Überbauungsprojekte scheiterten, sicherte die Siedlungsbegrenzungslinie von 2004 das Gebiet. Heute steht die Ebene modellhaft für eine Koexistenz von wirtschaftlichem Wachstum und Landschaftsschutz.

Unser Fotograf Gaëtan Bally hat diesen besonderen Rückzugsort besucht und dokumentiert, wie das Miteinander am Zugersee in der Praxis aussieht.