Ist uns aufgefallen - Woche 17

Eine Polizeipatrouille kontrolliert ein Auto an einem der Autofreien Sonntage im November/Dezember 1973 in der Schweiz. Wegen der unsicheren Versorgungslage auf dem Erdoelmarkt erlaesst der Bundesrat am 21. November 1973 ein Autofahrverbot fuer drei Sonntage und beschliesst eine voruebergehende Kontingentierung des Treibstoffs.
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Vom härtesten Skitourenrennen der Welt zur Energieversorgung in Krisenzeiten, und von Leerwohnungsziffern und der Hoffnung, Timmy doch noch retten zu können. Wir haben Themen ausgewählt, die uns diese Woche visuell besonders begleitet haben.

Das härteste Skitourenrennen der Welt

Die Patrouille des Glaciers (PdG) ist aufgrund ihrer Parameter weltweit konkurrenzlos: Die Strecke von Zermatt nach Verbier fordert auf 57,5 Kilometern über 4380 Höhenmeter Aufstieg, was 110 Leistungskilometern entspricht.

Die obligatorische Dreier-Seilschaft muss strikte Zeitfenster einhalten, da die Route bei Sonneneinstrahlung wegen Lawinengefahr und Schneeweichheit unpassierbar wird. Zusätzlich zur anspruchsvollen Strecke vergrössert die notwendige, schwere Ausrüstung die Herausforderung.

Energieversorgung: Von der Abhängigkeit zur Vorsorge

Der Blick zurück ins 20. Jahrhundert verdeutlicht, wie stark sich die Schweiz ohne nennenswerte Bodenschätze in die Abhängigkeit globaler Energiemärkte begeben hat. Da Erdöl, Gas sowie Strom aus Kern- und Wasserkraft das Rückgrat der Versorgung bildeten, führte die historische Ausrichtung auf fossile Importe aus instabilen Regionen wie der Strasse von Hormus zum Aufbau der nationalen Pflichtlagerhaltung.

Die aktuellen geopolitischen Spannungen im Nahen Osten zeigen, wie rasch Logistikketten unter Druck geraten und rücken Anlagen wie das Tanklager Mellingen wieder ins öffentliche Bewusstsein. Mit 25 Tanks und über 700'000 Kubikmetern Fassungsvermögen gilt es als grösstes Tanklager des Landes. Es sichert eine Bedarfsdeckung von 4,5 Monaten für Benzin, Diesel und Heizöl ab.

Zahl der Woche - 0,34

Diese Zahl markiert die Leerwohnungsziffer im Kanton Genf und verdeutlicht die extreme Diskrepanz auf dem Immobilienmarkt, die jüngst auch die SRF-Arena zum Thema «Miet-Irrsinn stoppen – aber wie?» dominierte. Während der Markt in Genf mit 0,34 Prozent faktisch ausgetrocknet ist, verzeichnet der Kanton Jura mit 3,03 Prozent den nationalen Höchstwert (Quelle BfS vom September 2025).

Besonders prekär bleibt die Lage in Zürich (0,10 Prozent) und Bern (0,44 Prozent), während Tourismusgebiete wie das Engadin trotz statistisch höherer Werte faktisch keinen bezahlbaren Wohnraum für Einheimische mehr bieten.

Auch wenn die offiziellen Zahlen jeweils im Herbst aktualisiert werden, bleibt dieser Referenzwert von 0,34 Prozent die massgebliche Grundlage für die aktuelle Debatte um die Wohnungsnot.

Operation Timmy: Ein Erfolg mit Fragezeichen

Glückt die Bergung des Buckelwals Timmy dann doch noch? Der in der Ostsee gestrandete Wal sorgt für mediales Rampenlicht, insbesondere durch die Versuche einer privaten Initiative, das Tier mittels Luftkissen und speziellen Pontons in tiefere Gewässer zu führen. Ein erster grossangelegter Rettungsversuch bei Höchststand der Flut brachte jedoch noch nicht den erhofften Durchbruch: Trotz massiven Einsatzes konnte Timmy noch nicht vollständig ausgewässert werden und sitzt weiterhin in den Untiefen fest.

Während der Einsatz unter Hochdruck andauert, wächst die Sorge um den Gesundheitszustand des Tieres. Experten betonen, dass das enorme Eigengewicht an Land bei jeder weiteren Stunde zu irreparablen Muskelschäden und Organversagen führen kann. Für die Helfer ist es ein Wettlauf gegen die Zeit.

Doch bereits jetzt steht fest: Unabhängig vom Ausgang liefert dieser beispiellose Einsatz wichtige Erkenntnisse für künftige Rettungsmissionen und schärft das globale Bewusstsein für die Gefahren verirrter Meeressäuger.