Themen der Woche 25
Von der Tour de Suisse der Frauen über 50 Jahre Schweizer Open Airs bis hin zum Nutzen alpiner Solarpower und der Verschiebung von Kantonsgrenzen - wir befassen uns mit Schweizer Perspektiven, landauf und landab. Lassen Sie sich inspirieren!
Frauen im Scheinwerferlicht des Radsport-Sommers
Im Fokus
In diesen Tagen, vom 17. bis 21. Juni 2026, rollt die Tour de Suisse der Frauen durch das Land. Erstmals wurde die Rundfahrt auf fünf Tage verlängert und findet auf weitgehend identischen Strecken parallel zum Rennen der Männer statt – ein logistische und sportliche Herausforderung von Locarno bis ins Hochgebirge nach Villars-sur-Ollon.
Das hochkarätig besetzte Heimrennen gilt für das internationale Spitzenpeloton als die ultimative Generalprobe für den Grand Départ der Tour de France Femmes. Dieser wird am 1. August 2026 erstmals in der Schweiz, in Lausanne, ausgetragen. Innerhalb weniger Wochen rückt die Schweiz damit endgültig ins Epizentrum des globalen Frauen-Radsports.
Seit über 50 Jahren: Open Airs in der Schweiz
Rückblende
Die Schweiz besitzt heute eine der dichtesten Festival-Landschaften Europas. Die Open Airs in der Schweiz, die im Sommer die Massen anziehen, begannen in den 1970er-Jahren als musikalisches und gesellschaftliches Experiment. Inspiriert von internationalen Vorbildern wie Woodstock, entwickelten sich lokale Festivals rasch von alternativen Jugendtreffs zu gigantischen Kulturereignissen.
Den Grundstein legte 1972 das legendäre Folkfestival auf der Lenzburg. Vor genau 50 Jahren, im Jahr 1976, wurde das Paléo Festival (damals noch als Nyon Folk Festival) gegründet, und nur ein Jahr später folgte 1977 das Openair St. Gallen.
Diese Pioniere – zu denen später auch das Out in the Green in Frauenfeld (heute Openair Frauenfeld) stiess – prägten nicht nur die Schweizer Pop- und Rockgeschichte, sondern spiegelten stets auch den gesellschaftlichen Wandel wider. Ungeachtet moderner Infrastrukturen und veränderter Musikstile bleibt die Faszination seit einem halben Jahrhundert dieselbe: das rituelle, kollektive Erleben von Live-Kultur abseits des geregelten Alltags.
13'860
Zahlen, bitte
Ein logistischer und technischer Kraftakt auf über 1800 Metern über Meer: Im Urner Schächental läuft derzeit die Montage von 13'860 Solarmodulen für die erste alpine Grossphotovoltaikanlage der Zentralschweiz. Am Sidenplangg entsteht auf einer Fläche von knapp elf Hektaren ein neues Vorzeigeprojekt der Schweizer Energiewende.
Nach der vollständigen Fertigstellung soll die hochalpine Anlage eine Leistung von 8,04 Megawattpeak erreichen und jährlich rund 12,5 Gigawattstunden Strom produzieren. Da die Solarmodule in dieser Höhe meist über der Nebelgrenze liegen und zudem von der Reflexion der Schneedecke profitieren, erzielen alpine Anlagen im Vergleich zum Flachland einen überproportional hohen Ertrag während der Wintermonate.
Warum Freiburg und Waadt ihre Grenze verschieben
Hintergrund
Territoriale Verschiebungen sind in Europa meist ein Fall für die Abendnachrichten – in der Schweiz reicht dafür eine landwirtschaftliche Güterzusammenlegung. In der Freiburger Gemeinde Siviriez wurde diese Woche ein äusserst seltenes Manöver vollzogen: Die offizielle Kantonsgrenze zwischen Freiburg und Waadt wurde neu gezogen. Die historischen Grenzsteine mussten versetzt werden, um die amtliche Landeskarte mit den realen, neuen Eigentumsverhältnissen im Kulturland in Einklang zu bringen.
Die betroffenen, mit Wappen verzierten Steinzeugen stammen grösstenteils aus dem Jahr 1727 und wurden unter den Augen der Behörden behutsam neu platziert. Dass der Vorgang ohne diplomatische Verstimmungen über die Bühne ging, liegt an seiner präzisen Ausführung. Am Ende ging der Bodentausch exakt Null zu Null aus. Keiner der beiden Kantone verliert auch nur einen einzigen Quadratmeter Territorium an den Nachbarn.
