Themen der Woche 26
Von der verheerenden Kombination aus Extremhitze und Unwettertragödie über die historische Geburtsstunde des Flughafens Kloten und den Überraschungsbesuch eines Schweizer NBA-Riesen im WM-Camp bis hin zur unerwarteten Wende im Bundesbudget 2027. Wir begleiten die Geschichten der Woche mit journalistischem Mehrwert.
Wetterextreme erschüttern die Schweiz
Im Fokus
Diese Woche wird in der Schweiz von der ersten massiven Hitzewelle des Jahres geprägt. Bei Temperaturen von bis zu 36 Grad laufen Ventilatoren und Klimaanlagen unter Volllast. Die Belastung in den Klassenzimmern entfacht eine politische Debatte. Da das traditionelle „Hitzefrei“ seit den 1980er-Jahren abgeschafft ist und eine Betreuungspflicht gilt, fordert der Lehrerverband nun nationale Mindeststandards und bauliche Hitzeschutz-Massnahmen für überhitzte Schulzimmer.
Wie gefährlich geladen die Wetterlage war, zeigte das radikale Umschlagen des Wetters. Heftige Unwetter trafen am vergangenen Freitag besonders die Stadt Zürich, wo extreme Sturmböen, Hagel und Starkregen über 270 Rettungseinsätze auslösten. Während in der Innenstadt umgestürzte Bäume den Tramverkehr blockierten, kam es im Seefeld zu einem tragischen Unglück: Eine 16-jährige Jugendliche wurde von einem fallenden Ast getroffen und erlag im Spital ihren schweren Verletzungen.
In einer weiteren Bildstrecke blicken wir auf frühere Hitzewellen in der Schweiz zurück.
Der Tag, an dem Kloten fliegen lernte
Rückblende
Am 1. Juli 1946 fahren auf den Feldern von Kloten die ersten Bagger auf. Es ist der unauffällige Baubeginn eines Projekts, das die Schweiz für immer verändern sollte. Damals ein mutiges Wagnis in der Nachkriegszeit, heute unser Tor zur Welt. Wenn wir heute in die Ferien fliegen, stehen wir auf dem Fundament, das genau in dieser Kalenderwoche vor 80 Jahren gelegt wurde. Am 14. Juni 1948 wurde die Westpiste eröffnet, fünf Jahre später folgte die feierliche Einweihung des neuen Flugplatzes (29.–31. August 1953).
Dass die Wahl auf Kloten und gegen das politisch favorisierte Utzenstorf bei Bern fiel, lag am Widerstand der Berner Bauern und den idealen, flachen Nebelrand-Bedingungen des einstigen Artillerie-Schiessplatzes im Kanton Zürich. Startete der Flugbetrieb 1949 noch mit bescheidenen 12'500 Flugbewegungen, fertigt der Flughafen heute jährlich über eine Viertelmillion Starts und Landungen ab. Im europäischen Vergleich behauptet sich Zürich-Kloten dank seiner hocheffizienten Abwicklung und mehrfachen Auszeichnungen als führendes Premium-Drehkreuz für Qualität und Pünktlichkeit.
2,13
Zahlen, bitte
Während des Trainings der Schweizer Fussball-Nationalmannschaft sorgt ein aussergewöhnlicher Besuch für Medienrummel. Der 2,13 Meter grosse Hüne Yanic Konan Niederhäuser überragt Nationalcoach Murat Yakin (Körpergrösse 1,86 Meter) und sein Team deutlich.
Yanic Konan Niederhäuser ist das derzeit grösste Schweizer Basketball-Talent. Der 22-jährige Berner Center schaffte kürzlich den Sprung in die nordamerikanische Profiliga NBA zu den LA Clippers – der stärksten und kommerziell erfolgreichsten Basketballliga der Welt. Niederhäuser gilt nach Thabo Sefolosha und Clint Capela als die nächste grosse Schweizer Zukunftshoffnung im US-Spitzensport und nutzte die Off-Season für einen Motivationsbesuch bei den Fussball-Kollegen.
Um den Traum vom Achtelfinal in Nordamerika nicht vorzeitig zu verspielen, ist verlieren verboten. Und siehe da: Das Team von Murat Yakin setzt sich in Vancouver gegen den Co-Gastgeber Kanada mit 2:1 durch. Unser Fotograf Peter Klaunzer hat den Jubel festgehalten.
Haushalts-Wende für 2027
Hintergrund
Finanzministerin Karin Keller-Sutter überraschte diese Woche mit erfreulichen Nachrichten zum Bundesbudget 2027. Statt des im Frühjahr drohenden Defizits von 600 Millionen Franken verzichtet der Bundesrat komplett auf eine neue Sparrunde. Der Grund ist eine massive Aufwärtskorrektur der Gewinnsteuern: Dank florierender Unternehmensgewinne – vor allem aus der Pharmabranche in den Kantonen Luzern, Zürich und Basel-Stadt – stehen dem Bund rund 1,8 Milliarden Franken mehr zur Verfügung als noch im Februar geschätzt.
Unter Einhaltung der Schuldenbremse resultiert für 2027 nun ein strukturelles Plus von knapp 180 Millionen Franken, was den fiskalischen Druck aus den Haushaltsdebatten nimmt. Der gewonnene Spielraum hat handfeste politische Folgen: Die geplante Mehrwertsteuererhöhung zur Deckung der beschleunigten Rüstungsausgaben der Armee muss nicht wie in der Vernehmlassung vorgeschlagen um 0,8 Prozentpunkte steigen, sondern kann auf eine moderatere Erhöhung von 0,5 Prozentpunkten gesenkt werden.
