Themen der Woche 27

Der Gemuesebauer Thomas Lehmann haelt Weizenkoerner in der Hand, am fruehen Morgen eines Hitzetags, auf seinem Betrieb Lehmann Fruechte und Gemuese
KEYSTONE / Anthony Anex
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Vom Schweizer Alpentourismus im Wandel über die Emotionen in Wimbledon und die Auswirkungen der extremen Hitzewelle bis hin zur traditionellen Bundesrats-Schulreise. Wir begleiten die Themen der Woche und schärfen damit Ihren Blick auf das aktuelle Geschehen.

Overtourism in den Bergen

Im Fokus

Am vergangenen Sonntag zog der Klöntalersee im Kanton Glarus erstmals die Reissleine gegen das Verkehrschaos. Mit dem ersten von der Landsgemeinde beschlossenen «Slow Sunday» blieb die gewohnte Blechlawine aus. Wo sonst hunderte Autos und Motorräder im Schritttempo den Bergsee umrundeten, Wildparker die engen Strassen blockierten und Rettungswege versperrten, herrschte an diesem Sommersonntag endlich Ruhe für Wandernde und Velofahrende.

Die neue Regelung sperrt die Zufahrt zum Klöntalersee für den regulären Autoverkehr. Die Premiere glückte zwar aus Sicht der Behörden, sorgte in der Region aber für ein geteiltes Echo. Während Ausflügler die Stille genossen, klagten einige Gastro- und Campingbetriebe über spürbare Umsatzeinbussen durch fehlende Tagestouristen.

Dennoch besitzt das Glarner Pilotprojekt Signalwirkung für den gesamten Schweizer Alpentourismus. Von Graubünden bis ins Tessin analysieren Destinationen das Glarner Verkehrsregime, da viele alpine Naherholungsgebiete an Hitzetagen längst ihre logistischen und ökologischen Kapazitätsgrenzen erreicht haben. 

Ein historisches Comeback

Rückblende

Bencic jubelt, Wawrinka und Williams out: Das Grand-Slam-Turnier in London sorgt zum Auftakt für gegensätzliche Schweizer Schlagzeilen. Im Fokus stand Belinda Bencic, die nach ihrer Babypause ein erfolgreiches Rasen-Comeback feierte und die junge britische Wildcard-Spielerin Mika Stojsavljevic bezwang. Weniger Wettkampfglück hatte Stan Wawrinka: „Stan the Man“ erwischte mit Rasen-Spezialist Matteo Berrettini ein Hammerlos und musste sich nach einem intensiven Erstrunden-Match bereits verabschieden.

Überstrahlt wurde das Geschehen in London vom mit Spannung erwarteten, aber jäh beendeten Comeback von Serena Williams. Mit 44 Jahren trat die US-Amerikanerin erstmals seit vier Jahren wieder im Einzel auf dem Centre Court an. Das Generationenduell gegen die 24 Jahre jüngere Australierin Maya Joint entwickelte sich zu einem Krimi in drei Sätzen, den Serena Williams am Ende mit 3:6 im Entscheidungssatz verlor. Trotz des bitteren Erstrunden-Aus bleibt sie dem Turnier erhalten: Im Doppel schlägt sie an der Seite ihrer Schwester Venus auf.

4

Zahlen, bitte

Die extreme Hitzewelle setzt der Schweiz stark zu: In weiten Teilen der Schweiz fielen im Juni weniger als 40 % des üblichen Regens. Der Bund hat für das Mittelland und den Jura die Trockenheitswarnstufe 4 (gross) ausgerufen. Lokale Starkgewitter bringen keine Entlastung, da der ausgetrocknete Boden kann die Wassermassen nicht aufnehmen kann. Im Flachland drohen bereits erste Bewässerungsverbote für die Landwirtschaft.

Der 29. Juni markiert zudem den zweitfrühesten Gletscherschwundtag seit Messbeginn. Sämtliche schützenden Schnee- und Winterreserven in den Bergen sind bereits geschmolzen; die Hitze greift nun direkt das jahrtausendealte Grundeis an. Aktuell fliesst so viel Schmelzwasser ab, dass man damit alle sechs Sekunden ein olympisches Schwimmbecken füllen könnte. Das stützt zwar kurzfristig die Pegel von Aare und Rhein, besiegelt aber das unumkehrbare Schwinden unserer Alpengletscher

Die Bundesrats-Schulreise

Hintergrund

Die traditionelle Schulreise führte die Landesregierung dieses Jahr in die Waadt, den Heimatkanton von Bundespräsident Guy Parmelin. Als wirtschaftspolitischer „Indiana Jones“ schickte Parmelin das Gesamtgremium auf eine Bootsfahrt auf der Rhone im Bezirk Aigle. Der Hintergrund der Exkursion: Die Fortschritte der dritten Rhonekorrektion, das mit 162 Kilometern grösste Hochwasserschutz- und Biodiversitätsprojekt der Schweiz.

Historisches Detail: Schon 1996 reiste der Bundesrat unter Jean-Pascal Delamuraz auf exakt derselben Route.

Abseits dieses zukunftsweisenden Projekts stand die typisch schweizerische, flache Hierarchie im Fokus. Bei öffentlichen Apéros suchte die Regierung den unprätentiösen, direkten Kontakt zur Bevölkerung, ganz ohne massive Sicherheitsbarrieren.