Themen der Woche 45
Das sind die Themen dieser Woche: Der offizielle Startschuss für die Eidgenössischen Wahlen 2027, die Einführung der flexiblen Wechselkurse der Schweizerischen Nationalbank, das internationale Spitzentreffen des OSZE-Ministerrats in Lugano und der Blick hinter die Kulissen der Zürcher Krawallnacht vom letzten Wochenende.
Eidgenössische Wahlen 2027
Fokus
Das «Kreisschreiben des Bundesrates an die Kantonsregierungen über die Gesamterneuerungswahl des Nationalrates» bildet die offizielle administrative und rechtliche Wegleitung zur Durchführung der Wahlen. Mit der Veröffentlichung des Schreibens ist es nun amtlich: Am 24. Oktober 2027 wählt die Schweiz ihr neues Parlament.
Was nach bürokratischer Routine klingt, markiert unter der Bundeshauskuppel den eigentlichen Startschuss für die 53. Legislaturperiode. Hinter den Kulissen beginnen die Parteizentralen mit den Vorbereitungen für das Ringen um Sitze, Mehrheiten und die Zauberformel.
Die Vorzeichen versprechen ein intensives Kräftemessen: Getrieben von Debatten um Zuwanderung, Kaufkraft, Klimawandel und die internationalen Beziehungen sortieren sich die politischen Lager neu. Während die Pole auf Mobilisierung setzen, formiert sich in der Mitte der Kampf um Platz drei.
Doch nicht nur in Bern dreht sich das Rad: In Redaktionen im ganzen Land beginnt die Planungsphase für das grösste mediale Ereignis des Wahljahres. Keystone-SDA unterstützt Medienhäuser dabei mit modularen Bausteinen - vom Grundangebot über Live-Dashboards bis hin zu KI-gestützten Datenabfragen.
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Die Ära der flexiblen Wechselkurse
Rückblende
Während weltpolitische Krisen und Wahlen die Finanzmärkte in Atem halten, richtet sich der Blick zurück auf das Fundament der Schweizer Geldpolitik: Vor gut fünf Jahrzehnten startete die Schweizerische Nationalbank (SNB) in die Ära des flexiblen Wechselkurses.
Mit der Freigabe des Franken-Kurses vollzog die Schweiz den Schritt in ein System, das bis heute weltweit als Inbegriff von Stabilität gilt. Der Franken etablierte sich seither als der ewige Fluchthafen der internationalen Finanzwelt. Was in den 1970er-Jahren als riskantes Experiment gegen die importierte Inflation begann, wandelte ihn endgültig zur härtesten Währung der Welt.
Diese historische Zäsur prägt die Schweizer Wirtschaft bis heute. Die permanente Aufwertung schützte das Land zwar zuverlässig vor Inflationswellen. Gleichzeitig setzte sie die Exportindustrie, den Tourismus und die Nationalbank unter Dauerdruck, was schliesslich von historischen Negativzinsen bis hin zu milliardenschweren Deviseninterventionen reichte.
Für die Schweiz markierte die Abkopplung vom fixen Dollarsystem den Beginn einer Epoche, in der währungspolitische Unabhängigkeit zugleich der stärkste Schutzschild und die grösste Bürde des Landes wurde.
57
Zahlen
Auf genau 57 Teilnehmerstaaten und 12 Kooperationspartner richtet sich am 3. und 4. Dezember 2026 der Blick der internationalen Diplomatie, wenn Lugano zum Schauplatz des 33. OSZE-Ministerrats wird. Bundesrat Ignazio Cassis präsentierte diese Woche vor Ort die Dimensionen des Spitzentreffens, das den feierlichen Schlusspunkt des Schweizer OSZE-Vorsitzjahres 2026 bildet, nach 1996 und 2014 der dritten Schweizer Präsidentschaft.
Die Kennzahlen unterstreichen den logistischen Kraftakt für das Tessin und den Bund: Rund 1'500 Delegierte und hunderte Medienschaffende machen den Anlass zur grössten diplomatischen Konferenz auf Tessiner Boden seit der Ukraine-Wiederaufbaukonferenz 2022.
Um das Treffen in Zeiten tiefster geopolitischer Spannungen abzusichern, hat der Bundesrat 5,25 Millionen Franken bewilligt und ein massives Dispositiv in Gang gesetzt: Bis zu 3'000 Angehörige der Schweizer Armee leisten Assistenzdienst für Objektschutz, Luftraumüberwachung und Logistik. Die Kantonspolizei Tessin führt den Einsatz mit Polizeikräften aus der gesamten Schweiz, während temporäre Luftraumsperren den Grossraum Lugano absichern.
Nah dran
Hintergrund
Die Halloween-Nacht im Zürcher Kreis 4 schlug in eine Welle der Gewalt um, die weit über ein gewöhnliches Festwochenende hinausging. Mittendrin: ein Keystone-SDA-Team aus Text, Video und Fotografie. Während Knallkörper detonierten und Vermummte Barrikaden in Brand steckten, dokumentierte das Trio das Geschehen an vorderster Front.
Wie schmal der Grat zwischen journalistischem Auftrag und eigener Gefährdung bei solchen Ausschreitungen verläuft, schildert der Fotograf in seinem Lagebericht:
«Es war wirklich wild. Wir waren fast die ganze Zeit zusammen unterwegs und haben uns gegenseitig geholfen. Vor allem hatten wir immer einen Fluchtweg über die Seitenstrassen im Auge. Sobald sich der Mob formierte, wichen wir grossräumig aus und beobachteten die Lage mit Sicherheitsabstand. Wir waren vorsichtig – und für uns war klar: Wenn es zu brenzlig wird, sind wir sofort weg.»
Authentische Bilder von Angriffen auf Einsatzkräfte oder brennenden Strassenzügen verlangen Nähe zum Geschehen, verzeihen aber keinen Leichtsinn. In Zürich bewahrte die Kombination aus eingespieltem Teamwork, striktem Sicherheitsabstand und klaren Rückzugsoptionen die Equipe vor Schaden. Zurück bleiben eindrückliche Bilddokumente einer Nacht, die nun Politik und Justiz beschäftigt.
