Werkzeug, nicht Ersatz: Wie wir KI für den Journalismus nutzen

KEYSTONE / epa / Hannibal Hanschke
Medien Text Information In eigener Sache

KI ist aus dem modernen Journalismus nicht mehr wegzudenken. Bei Keystone-SDA arbeiten wir intensiv daran, Künstliche Intelligenz sinnvoll in den Redaktionsalltag zu integrieren. Dabei gilt die klare Maxime: Die Technologie wird nicht zum Selbstzweck implementiert, sondern um Zeit für echte journalistische Einordnung zu gewinnen.

Digitaler Helfer im Redaktionsalltag

Aktuell unterzieht eine interne Testgruppe verschiedene eigenentwickelte Programme, die im Redaktionsalltag Entlastung bringen sollen, einem Stresstest: 

  • Ein Polizei-Roboter erstellt basierend auf Medienmitteilungen präzise Erstentwürfe nach unseren Standards.
  • Ein Lead-Generator bietet verschiedene Einstiegsvarianten für selbst geschriebene Texte an.
  • Ein Recherche-Assistent durchsucht das eigene Meldungs-Archiv und liefert fundierte Antworten auf komplexe Fragen.
  • Ein Agentur-Agent entwirft basierend auf eingegebenen Dokumenten und Anweisungen gewünschte Textformen. 

Bereits heute setzt unsere Redaktion die Künstliche Intelligenz gezielt für die automatisierte Erstellung von Infografiken sowie für Kurztexte zu Themen wie Wahlen, Erdbeben oder Fussballtabellen ein. Ergänzend dazu gehören Chatbots als unterstützende Werkzeuge fest zu unserem Redaktionsalltag.

Qualität ist eine menschliche Entscheidung

Mit der Zunahme von KI-generierten Inhalten im Netz steigt die Bedeutung der Kontrolle und Kennzeichnung. Zentral ist dabei nicht allein die Information, dass ein Inhalt KI gestützt ist, sondern die konsequente Prüfung des Resultats. 

Unsere oberste Regel lautet: Sämtliche Inhalte werden konsequent auf Substanz, Stil und Logik geprüft. Sollte ein Fehler passieren, liegt die Verantwortung beim Menschen, nicht bei der Maschine.

Gütesiegel Mensch

Trotz technologischer Unterstützung bleibt der Mensch unverzichtbar. In einer Flut von Desinformation und «KI-Müll» ist die Trennung von Relevantem und Irrelevantem sowie die kritische Einordnung eine rein menschliche Leistung. 

Empathie, das Lesen zwischen den Zeilen oder die Präsenz vor Ort – etwa bei einer Gemeindeversammlung – können durch keine Software ersetzt werden. Das Ziel bleibt die verlässliche Begleitung der Leserschaft durch geprüfte und eingeordnete Nachrichten.

 

Cornelia Jost, Head of Content Development, Februar 2026